Teßmer verlässt Binauer Gemeinderat nach fast einem halben Jahrhundert 

Veröffentlicht am 26.03.2019 in Pressemitteilungen

Die Gesundheit des 74-Jährigen ließ ein Durchhalten bis zur Kommunalwahl nicht mehr zu
Was sich als Sitzungsvorlage für den Gemeinderat am Montagabend eher schnöde liest, verbirgt ein wenig die Leistung eines Mannes, der mit der „Feststellung eines wichtigen Grundes aus dem Gemeinderat“ ausscheidet.

Gerd Teßmer, SPD-Urgestein, verlässt das Kommunalgremium nach fast einem halben Jahrhundert. 1971 wurde er erstmals gewählt. Nun – zwei Monate vor den baden-württembergischen Kommunalwahlen - scheidet er auf eigenen Wunsch aus. „Altersbedingte Gründe“ nennt das Papier, in der Sitzung sagte er etwas mehr zu seinem gesundheitlichen Zustand, der es ihm unmöglich mache, die Wochen bis zur Wahl noch durchzustehen. „Es ist jetzt der Zeitpunkt, wo die Gesundheit sagt: Nein!“
Außer einem schlichten Dank und dem Wunsch an die Kolleginnen und Kollegen, sich um die Selbständigkeit der kleinen Gemeinde weiterhin zu sorgen („Besinnt euch auf eure Kraft“, zitierte er Willy Brandt), machte Teßmer keine großen Worte und wechselt in die Zuhörerreihen. Bürgermeister René Friedrich dankte seinerseits im Namen der Verwaltung und der Binauer für das „beeindruckende Lebenswerk“ Teßmers, um es mit einigen Worten Revue passieren zu lassen, die besonders sein Wirken in der Neckargemeinde fokussierten: SPD-Ortsvereinsgründung 1971, im gleichen Jahr als Gemeinderat gewählt, ab 2004 zweiter Bürgermeisterstellvertreter, ab 2009 und bis 2014 erster, von 1984 bis 2006 Landtagsabgeordneter, ausgezeichnet mit vielen Ehrenzeichen von der Goldenen Ehrennadel des Gemeindetags in Baden-Württemberg bis zum Bundesverdienstkreuz erster Klasse. 
Wie ernst er den Einsatz für Andere und Schwächere genommen habe, liest René Friedrich an jenem Jahr des sichtbaren politischen Wirkens Gerd Teßmers 1971 ab. „Da war ich noch nicht einmal geboren.“ Aus dem Gremium, dem er nun fast 48 Jahre ununterbrochen angehörte, drückte Knut Keuper (UBW) sein Bedauern über dieses Ausscheiden aus. „Schade, dass eine so lange Karriere nicht so zu Ende geht, wie sie zu Ende gehen sollte.“ Er hätte sich ein Durchhalten bis zur nächsten Kommunalwahl gewünscht. Auf Gerd Teßmer folgt im Binauer Gemeinderat Domenic Hartmann als Nachrücker, da – so heißt es wiederum in trockenem Verwaltungsdeutsch – „keine Hinderungsgründe bekannt sind“. Feierlichkeit kam dann aber mit der wörtlich nachgesprochenen Verpflichtungsformel, nach Hartmann auf jenem Stuhl Platz nahm, der kurz zuvor von Teßmer freigemacht worden war.

Dank mit Präsent von Bürgermeister René Friedrich (l.) an den ausscheidenden SPD-Gemeinderat Gerd Teßmer. Nahezu 48 Jahre gehörte dieser dem Gremium an.

Foto: Ursula Brinkmann
 

 

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