Verabschiedung von Walter Mühlhausen in Heidelberg in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Veröffentlicht am 23.03.2023 in Aus dem Parteileben

In den Jahren, in denen ich das Kuratorium der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte begleitet habe, lernte ich „Friedrich Ebert“ aus verschiedenen Blickwinkeln näher kennen und schätzen. Dies ist auch ein großes Verdienst von Walter Mühlhausen, der nicht nur umfangreiche Bücher und kompakte Hefte für „Anfänger“ über den ersten Reichspräsidenten verfasste, sondern „seine“ Liebe zu diesem außergewöhnlichen Menschen Friedrich Ebert lebt und ausstrahlt, weit über die Pfaffengasse in Heidelberg hinaus.

Um Friedrich Ebert verstehen zu lernen, bin auch ich auf Spurensuche gegangen, und zwar nach Krumbach und nach Neckargerach, zwei kleine Orte in meinem ehemaligen Wahlkreis im Neckar-Odenwald, aus denen Eberts Eltern stammten. In vielen Biografien Eberts wird beschrieben, dass er von der Mutter einen gesunden und bodenständigen Verstand, die Frömmigkeit und ein lebensfrohes Herz geerbt habe und vom Vater Tugenden wie Ordnungsliebe, Pünktlichkeit und den Blick für den „Ernst des Lebens“. Ebert sprach selbst davon, dass sein „Lebensweg nie mit Rosen bestreut“ war.

Auch Joachim Gaucks Lebensweg war es nicht, wie wir beim Besuch des Ex-Bundespräsidenten im Juni 2018 in der Gedenkstätte erfuhren. Walter Mühlhausen hatte geladen und in kleinem Kreis war es überaus spannend, den beiden Herren beim Rundgang zu lauschen. Manch anekdotischer Satz entlockte den Gästen dabei ein fröhliches Lachen.

Das Jahr 2019 war ein Besonderes. Sensibilisiert und motiviert durch Walter Mühlhausens Wirken feierten wir die ersten allgemeinen Wahlen, die vor 100 Jahren in Baden stattfanden, und zwar exakt am 5. Januar 2019 in Karlsruhe. Dem folgte das wissenschaftliche Symposium in Berlin und der Empfang in Schloss Bellevue, aber auch ein Erinnern an Eberts Gedenkstein, der von der Gemeinde Limbach-Krumbach und Eberts Parteigenossen gestiftet wurde.

Das allgemeine Wahlrecht, das mit Ebert eng verbunden ist, rückte Walter Mühlhausen bei einem Vortrag in Mosbachs Stiftskirche im Rahmen einer Ausstellung, bei der zahlreiche Frauen aus dem Jahr 1919 im Mittelpunkt standen, ins Rampenlicht. Erinnert sei im Vorgriff auf das Jubiläumsjahr von Art. 3 GG und insbesondere Satz 2, den es dann seit 30 Jahren gibt, dass Ebert als Reichskanzler bereits am 12. November 1918 die Geburtsstunde einer neuen, demokratischen Gesellschaftsordnung einläutete.

Dass Eberts 150. Geburtstag auch in Krumbach erinnert wurde, hätte Walter Mühlhausen mit folgenden Worten begleitet: "Ich glaube, die jüngste Zeit hat uns nochmal vor Augen geführt, dass die Demokratie etwas Verletzliches ist." Sie müsse von allen Demokrat*innen überall täglich erlebt, gelebt und verteidigt werden, „jetzt, heute und in Zukunft."

Mein aufrichtiger Dank gilt Walter Mühlhausen, dem kein Weg zu weit war, diesem großen Demokraten Friedrich Ebert von Heidelbergs Pfaffengasse aus nicht nur ein Denkmal gesetzt zu haben, sondern dessen demokratische Gedanken und Wirken in uns lebendig zu halten.

Dr. Dorothee Schlegel, MdB a.D.

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