Gedenken an Karl-Heinz Joseph

Veröffentlicht am 15.05.2008 in Reden/Artikel

Rede der Franktionsvorsitzenden im Kreistag Heide Lochmann zum Gedenken an den Todestag von Karl-Heinz Joseph.

Liebe Genossinnen und Genossen
Liebe Gäste,
Sehr geehrte…

Heute genau vor einem Jahr ist Karl Heinz Joseph gestorben!

Das war für jeden von uns hier ein Schock.

Und auch heute noch können wir es fast nicht begreifen.
Wir haben das heute schon mehrfach gehört.

So wie er aus dem Leben gerissen wurde, so sind wir alle hier damals aus einer bequemen Sicherheit herausgerissen worden:
- Karl-Heinz macht das schon, - er ist da ,- er wird das regeln. Wir haben uns auf ihn ganz einfach verlassen können und selbst nicht viel nachfragen müssen.
Das war plötzlich vorbei.
Plötzlich mussten wir uns selbst kümmern.
Wir mussten uns selbst organisieren, selbst strukturieren, - alle Vorarbeiten, die er sonst so selbstverständlich für uns erledigt hat- mussten wir nun selbst in die Hand nehmen und verteilen.

Deshalb stehe ich heute hier.
Als Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag.
Ein Amt, das ganz sicher nicht auf meinem Plan stand.

Aber, wie man so sagt: Das Leben geht weiter, muss weitergehen.

Wir in der Kreistagsfraktion haben uns damals vorgenommen unsere Arbeit gemeinsam und im Sinn von Karl-Heinz fort zu führen. Und so soll das wo möglich auch weiterhin geschehen.

Und nun hat uns Jürgen für heute Abend diese Aufgabe gestellt:
Unser Kreis, unsere Heimat, unsere Zukunft.
Perspektiven und Leitlinien für die Kreistagswahl

Ich habe mich zuerst ziemlich schwer getan mit diesem Thema.
Wir Sozialdemokraten haben es zur Zeit sowohl in der Bundes- als auch in der Landespolitik nicht einfach.
Überall werden zwar SPD- Ideen angepackt und teilweise umgesetzt, aber wir Sozialdemokraten kommen kaum noch vor. Ich erinnere hier an die Familienpolitik z.B. mit der Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen oder an die Schulpolitik mit der Bereitstellung von Ganztagsschulen. – Und auch sonst sind in vielen Beschlüssen sozialdemokratische Positionen - zwar immer nur in Teilen -aber doch der Richtung nach vorhanden.
Ich habe den Eindruck, dass es uns in der SPD besonders schwer fällt , auch Kompromisse als Erfolge zu sehen und sie als kleinen Schritt in die richtige Richtung anzuerkennen— bevor gar nichts passiert.
Das sollten wir uns immer wieder vor Augen halten.

Und dabei ist mir Karl-Heinz Joseph nach wie vor ein Beispiel:
Als Bürgermeister von Walldürn, war er für die Belange und Interessen aller Bürger da. Da musste es sicherlich oft genug Abstriche von eigentlichen Plänen geben und nach tragfähigen Kompromissen gesucht werden. Aber das Gesamtziel war klar:
Weiterentwicklung zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger.
Das ist auch unser Ziel, - im Kreis und in den Kommunen:
Wir wollen mithelfen unseren Neckar-Odenwaldkreis weiter zu entwickeln und ihn für Junge und Alte als liebenswerte und lebenswerte Heimat erhalten.

Wie können wir das erreichen?
Auch da können wir Karl-Heinz als Vorbild nehmen:
Er hat alle Probleme – ob große oder kleine - seiner Bürger ernst genommen und sich für Kleinere, Schwächere und auch für schwierige Fälle eingesetzt und sie tatkräftig und möglichst schnell unterstützt.

Diese sozialdemokratischen Grundsätze, nämlich Solidarität und Gerechtigkeit wollen wir wie er weiterverfolgen - die Stärkeren mit ins Boot holen und die Verantwortung der Gemeinschaft für Benachteiligte, - seien das nun Kinder oder Alte oder Kranke selbst vorleben, und einfordern.

Und da bin ich auch schon beim praktisch Umsetzbaren: Wichtig ist nicht das Reden über die Dinge, sondern das selbst Tun. Das heißt für mich, dass wir vor Ort uns in Vereine und Organisationen einbringen und mitarbeiten. Das heißt auch, dass wir die spezifischen Probleme unseres Heimatortes, sie thematisieren und mit andern zusammen nach Lösungen suchen. Beim Zusammenarbeiten erfahren wir direkt und unmittelbar, wo der Schuh drückt.
Dort erleben uns unsere Mitbürger als diejenigen, die nicht nur am grünen Tisch Dinge entscheiden, sondern die aus ihrer praktischen Erfahrung heraus Lösungsvorschläge mitbringen
Nur so können wir Mitmenschen überzeugen und für unsere Ideen gewinnen.

Und dann geht es natürlich darum, dass wir uns in den Gremien, in denen wir mitarbeiten,
einsetzen für: gleiche Lebens- und Bildungschancen für alle d.h. Verbesserungen in der Kinderbetreuung in Krippen, Kindergärten und Schulen auch in ganztägigen Einrichtungen einsetzen für: Gute Arbeit und gerechten Lohn - z.B. durch Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen einsetzen für: Klimaschutz durch Einsatz und Förderung von erneuerbaren Energien.

Ihr seht, es gibt viele Felder auf denen wir, jeder nach seinen Möglichkeiten, uns einsetzen können. - Und das im Übrigen auch schon lange tun.

Und trotzdem, - und das will ich nicht verschweigen, ich denke es geht uns hier im NOK in vielen Bereichen gut. Die Arbeit im Kreistag ist in vielen Bereichen über die Parteien hinweg sachlich und konstruktiv.
Das ist zum großen Teil auch der gut organisierten Verwaltung und unserem Landrat Dr. Brötel zu verdanken. Das möchte ich hier deutlich positiv vermerken.

Und da bin ich noch einmal bei Karl-Heinz Joseph:
Er konnte ohne Neid allen , auch dem politischen Gegner Anerkennung zollen.

Und so sollten wir es aus meiner Sicht auch heute hier bei uns im Kreis und in den Gemeinden weiterhin halten: Anerkennung wo Anerkennung gebührt. Konstruktive Kritik wo Kritik hingehört. Aber auch: Sachlich argumentieren statt polemisieren. Fachlich gut und inhaltlich engagiert begründen statt kurzfristig auf Effekte aus. Und: Fair und offen statt hinten rum. Optimistisch und humorvoll statt nur die Fehler sehend.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Schwung, Kraft und Erfolg bei der Arbeit zum Wohl unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Und damit auch uns Sozialdemokraten hier im Kreis und in den Kommunen

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