Dorothee Schlegels Grußwort zum 1. Mai

Veröffentlicht am 04.05.2014 in Reden/Artikel

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Bürgerinnen und Bürger,

der internationale Tag der Arbeit, der heute begangen wird, ist ein wichtiger Tag für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in dieser Welt.

Die Ursprünge des heutigen Tages reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als in Australien am 01. Mai 1856 Arbeiterinnen und Arbeiter auf die Straße gingen, um gegen ihren 12-Stunden-Tag zu demonstrieren. Knappe 30 Jahre später riefen in Nordamerika die Arbeiterinnen und Arbeiter zum Generalstreik auf, um den Acht-Stunden-Tag durchzusetzen.

Foto: Kenneth Weidlich

Vier Jahre nach der berüchtigten Haymarket-Affair wurde der erste Mai im Jahr 1890 weltweit als Tag für Massenstreiks und Proteste genutzt. In Deutschland verbinden wir mit dem ersten Mai aber auch die zunehmende Spaltung des linken Spektrums in der Weimarer Republik und die Gleichschaltung der Gewerkschaften durch das nationalsozialistische Regime. „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“ wird der heutige Tag daher offiziell in Nordrhein-Westfalen genannt.

Starke Mitbestimmung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist ein zentrales Moment um die soziale Balance in unserer Gesellschaft bewahren zu können. Wenn wir davon ausgingen, dass wir dies nicht hätten, dann wären die Menschen lediglich Objekte, die der Erfüllung von Aufgaben dienen. Jeder und jede von uns hat in verschiedenen Situationen eine andere Rolle inne. Ob wir nun Mutter, Tochter, Schwester, Ehefrau (natürlich jeweils das männliche Pendant dazu) sind, in einer Rolle befinden wir uns immer. Wir sind auch Arbeitnehmerinnen, Angestellte, Beamten – aber wir sind immer Subjekte unseres Selbst.

Dies gilt es hochzuhalten und jeglichen Bestrebungen in der Gesellschaft, die den Menschen nicht als Subjekt wahrnehmen, unsere Werte entgegenzusetzen. Wir stehen vor vielen Herausforderungen, die wir jedoch nur gemeinsam bewältigen können, wenn wir uns als gleichberechtigte Wesen einer demokratischen Gesellschaft verstehen.

Die SPD und wir als ihre Mitglieder haben im Besonderen diese Aufgabe, denn wir blicken nicht nur auf eine eindrucksvolle und bewegende 150-jährige Geschichte zurück. Nein, wir blicken auch in eine Zukunft, für die wir arbeiten, streiten und gemeinsam Lösungen finden.

Deshalb appelliere ich an dieser Stelle, dass wir uns keinen Generationenstreit einreden lassen sollten. Weder die Älteren noch die Jüngeren sollten aufeinander schimpfen, sondern sich mit Respekt und Toleranz begegnen und einander zuhören. Ich bin mir sicher, dass wir alle nur gewinnen können, wenn wir nicht jeder und jede für sich arbeitet, sondern uns als Teil EINER Gesellschaft verstehen. Oftmals vergisst man, wie es ist, jung zu sein. Das sollte uns nicht passieren. Die SPD sollte nicht vergessen, wie es ist jung zu sein. Weil wir weiterhin für Ideale einstehen, weil wir weiterhin an eine gerechte Welt glauben.

Wir sind Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Unsere Werte sind unzerstörbare Werte der Freiheit, der Demokratie, der Brüder- und Schwesterlichkeit. Eine globalisierte Welt, ein vereinigtes Europa braucht eine starke Sozialdemokratie, die den Menschen in den Mittelpunkt der Politik stellt. Wir haben auch in den letzten Jahren gelernt, dass manchmal neue Wege ausprobiert werden müssen. Allerdings kann auch immer wieder ein Weg verlassen werden, ein Weg neu begangen werden, neue Mitstreiter gewonnen werden.

Lasst uns gemeinsam diesen Weg gehen. Mit Martin Schulz haben wir einen kompetenten Spitzenkandidaten der Europäischen Sozialdemokraten, mit Evelyne Gebhardt und Peter Simon weitere kompetente und wichtige Partner.

Und wie vor jeder Wahl gilt der Appell: wählen zu gehen. Eine Wahl ist ein Recht, dessen wir uns annehmen sollten. Aber zur Wahl gehört auch die Information. Politische und mündige Bürgerinnen und Bürger tragen zu einer Gesellschaft der Innovationen, der Toleranz und der Solidarität bei. Lasst uns dies als SPD hochhalten. Auch deshalb ist eine wiederkehrende Tradition wie das Zusammenkommen als SPD am ersten Mai so wichtig. Wir müssen uns austauschen, wir müssen uns organisieren. Wenn nicht wir für Freiheit, Demokratie und Solidarität einstehen, wer dann? Daher ein großes Lob an alle Versammelten. Im Kleinen und im Großen leisten wir alle einen Beitrag, dass die SPD und die Werte der sozialen Demokratie in unserer Gesellschaft verwurzelt bleiben.

Solidarität ist etwas, was gelebt werden muss. Wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter unter uns und die Gläubigen wissen, dass eine Gesellschaft nur so stark sein kann, wie das schwächste Glied.

Wir als SPD haben viel für dieses Land getan. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, dass nicht nur „die anderen“, sondern auch wir uns zu oft den Satz von Marie Curie auf die Fahnen schreiben: „Man merkt nie, was schon getan wurde, man sieht immer nur, was noch zu tun bleibt.“

Wir haben noch viel zu tun, wir haben viel getan. Und das Wichtigste hierbei ist „das Wir“.

In diesem Sinne, Glück auf!

 

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