von Gerd Teßmer
Obwohl die Sozialdemokraten nun in Bonn den Bundeskanzler einer sozialliberalen Koalition stellten, profitierten sie davon in Baden-Württemberg und auch im Odenwald nicht. Durch die Kreisreform hatte die Zahl der Gemeinden und damit die Zahl der Bürgermeister sich deutlich verringert auf 27 und die Kreis- und Gemeindereform hatte tiefe Unzufriedenheit in der Bevölkerung hinterlassen, die der SPD weit mehr schadete als der CDU, obwohl die SPD nur die Kreisreform mitbeschlossen hatte. Die Gemeindereform hatte die CDU in Alleinverantwortung durchgebracht. Für den Odenwald-Raum bedeutete dies, dass nun der neue Wahlkreis Neckar-Odenwald entstand, in dem die CDU durch die auch historisch bedingten Mehrheitsverhältnisse nun alle Wahlen gewann. Der Altkreis Mosbach hatte als aus der alten Kurpfalz hervorgegangener Kreis etwa je zur Hälfte Protestanten und Katholiken. Im ehemaligen kurmainzischen Kreis Buchen stellten die Protestanten eine Minderheit dar. Buchen, Walldürn, Hardheim und Mudau waren katholisch und wählten auch entsprechend.
Die SPD hatte in Walldürn, Adelsheim, Sennfeld und Osterburken zwar SPD-Ortsvereine hinzubekommen und in Hermannn Gaukel (Walldürn), Marianne Bauer (Osterburken), Hermann Altrieth (Sennfeld) und Adolf Trunk (Buchen) auch tüchtige Mitstreiter und bekannte Persönlichkeiten, aber auch ganze Landstriche ohne jede sozialdemokratische Tradition und Organisationsstruktur.
1976 bewarb sich der Seckacher Bürgermeister Peter Knoche um ein Landtagsmandat für die SPD, hatte aber bei einem Landesergebnis von 33,3% ebenso wenig Erfolgschancen wie 1980 der neu gewählte Kreisvorsitzende Gerd Teßmer (Landesergebnis 32,5% für die SPD) .

Auch zur Landtagswahl 1980 gab es Unterstützung ‚von oben’. Staatssekreaär Andreas von Bülow kam auf Einladung von Landtagskandidat und Kreisvorsitzenden Gerd Teßmer in den Neckar-Odenwald-Kreis. Das Foto zeigt den Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung Andreas von Bülow mit Zweitkandidat Hans Schaab (Buchen) und Gerd Teßmer.
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