SPD-Kreistagskandidaten stellen sich in Mudau vor

Veröffentlicht am 03.06.2024 in Kommunalpolitik

Im Sportheim des TSV in Mudau fand die Kandidatenvorstellung der SPD für den Wahlkreis 5 statt. Der stv. Vorsitzende Florian Stuhl überbrachte dabei die Grüße der Vorstandschaft TSV und hieß die Kandidaten willkommen. Man ähnele sich nicht nur in der roten Farbe, sondern auch in der Haltung gegen Rechtsextremismus. Der TSV Mudau ist seit  2014 offiziell beteiligt an der Aktion „Kein Platz für Rassismus und Gewalt". Um das zu unterstreichen, hat man zusätzlich zu dem dafür vorgesehenen Schild damals an der Kabine beim Hartplatz von örtlichen Künstlern auch ein großflächiges Bild von zwei Fußballern verschiedener Hautfarbe gestalten lassen. Nie wieder ist jetzt – dafür steht man gemeinsam ein. Weiter berichtete er, dass die Mannschaft in Mudau überwiegend aus Mudauer Spielern besteht und die Kameradschaft eine besondere Rolle spielt. In Mudau spielt man noch Fußball mit Fußballern im Ehrenamt, da an die Spieler kein Geld gezahlt wird. Einnahmen des TSV werden in die Plätze und Gebäude investiert. Der TSV Mudau ist damit Beispielgeber, wie erfolgreich man mit diesem Konzept sein kann. Die 1. Mannschaft hat sich bei der Landesliga ganz nach vorne gekickt.

Im Wahlprogramm der SPD geht es auch darum, das Ehrenamt zu stärken. „Ehrenamt bedeutet immer, in und für die Gemeinschaft aktiv zu sein. Dafür gilt es, unterstützende Strukturen zu schaffen, gerade auch für kleinere Vereine, die teilweise durch die Bürokratie überfordert sind und nicht wissen, welche Möglichkeiten zur Unterstützung eingefordert werden können“, so Ralf Schifferdecker. Konkret soll das Ehrenamtszentrum des Landkreises gestärkt werden und auch weiter für die Vereinsarbeit geöffnet werden.

In den nächsten 5 Jahren kommen einige Herausforderungen auf den Neckar-Odenwald-Kreis zu. Heidi Trunk ging dabei auf die Krankenhausreform ein, die nicht an den Kreiskliniken vorbeiziehen werde. Hier gilt es, eine gute Versorgung vor Ort zu erhalten und auch die ambulante Versorgung muss gestärkt werden. Das Landarztstipendium alleine wird uns diese Sorge nicht abnehmen können. Hier brauche es kreative Lösungen.

Ein zentrales Anliegen sei auch der Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. Jonas Weber stellte klar, dass angesichts der begrenzten finanziellen Mittel keine Luftschlösser gebaut werden dürfen. Allerdings gibt es einige Beispiele, wo mit klugen und vorausschauenden Investitionen einiges erreicht werden konnte. Auch müsse der Landkreis mehr für bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum machen. Bis 2026 wird es keinen geförderten Wohnraum mehr im Landkreis geben. Deshalb setze sich die SPD für die Einrichtung einer kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft ein, die auch Privatpersonen beratend bei Bauvorhaben und Förderprogrammanträgen unterstütze. Kreisrat Ralf Schnörr unterstrich auch die Bedeutung des Ausbaus des Breitband- und Mobilfunknetzes. Für viele Menschen und Unternehmen sei dies in der digitalisierten Welt ein wichtiger Standortfaktor.

Nicole Nobel machte deutlich, dass auch im Kreis mehr Investitionen für die Jugend notwendig werden. Im Moment zahlen Eltern die Busfahrkarten für ihre Kinder selbst. Noch immer gibt es deshalb Kinder, die keine Schule besuchen können, auf der sie leistungsgerechte Förderung erleben können. Und in Sachen Kita gibt es auch noch viel zu tun. Die Kinder und Jugendlichen sollten an erste Stelle kommen, gerade auch im Ausgabensektor.

Jonas Weber sprach sich dabei auch für mehr Transparenz und Debatten bei der Entscheidungsfindung des Kreistags aus: „Im Kreistag müssen wir auch die Demokratie vorleben. Wir brauchen lebendige Diskussionen und dürfen nicht alles abnicken. So nehmen wir den Feinden unserer Demokratie den Wind aus den Segeln.“  In Sachen Transparenz sehen sich die Kandidatinnen und Kandidaten auch selbst in der Pflicht. Nicole Nobel versprach, dass die Kandidaten auch zwischen den Wahlen vermehrt zu Informations- und Diskussionsveranstaltungen einladen werden. Seit der Corona-Pandemie sei das zu wenig passiert.

Zum Schluss ging Heidi Trunk noch auf das Thema des öffentlichen Nahverkehrs ein. Hier besteht ein gut ausgebautes Netz zu den Regelschulen. In den Odenwaldgemeinden sollte sich hier gerade in Hinblick auf das Klima etwas verändern. Dafür gilt es aber auch, Menschen für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu begeistern. Ein Ausbau des Ruftaxis könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein.

Im Anschluss tauschten sich Teilnehmer und Kandidaten noch rege über die angesprochenen Themen aus.  

Auf dem Bild zu sehen: v. l. Jonas Weber, Heidi Trunk, Ralf Schifferdecker, Nicole Nobel, Ralf Schnörr

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