Elztal-Neckarburken. Einen großen Tag hatte der Elztaler Ortsteil Neckarburken mit der Einweihung seines neuen Dorfgemeinschaftshauses. Dem Architekturbüro Gramlich (Limbach) ist es ausgezeichnet gelungen, der Schule Neckarburken einen funktionsgerechten und den heutigen Bedürfnissen entsprechenden Anbau anzufügen.
Nach entsprechender Bau- und Planungszeit wurde das Gebäude der Öffentlichkeit vorgestellt und der Dorfgemeinschaft übergeben.
Die Idee, die etwa 2000-jährige Geschichte von Neckarburken in einer Grafik symbolhaft lebendig werden zu lassen, hat die Neckarburkener Künstlerin Hildgund Beichert vortrefflich gelöst. Dies wurde von den zahlreichen Grußwortrednern der Künstlerin mehrfach bestätigt.
Wer sich im Foyer etwas Zeit nimmt und möglich auch etwas Ruhe dabei mitbringt, sollte sich in das gelungene Zusammenspiel von historischen Gebäuden und Menschen in ihrer Zeit hineindenken. Die Künstlerin hat drei geschichtlich bedeutsame Ereignisse für Neckarburken illustriert. Sie beginnt mit der Darstellung des Westtores des Kohortenkastells etwa im Jahre 145 nach Christus. Inschrift und Funktion des Baues sind gut zu erkennen, bleiben aber durch den gewählten Silberton wirklich im Hintergrund. Im Vordergrund spielen zwei Neckarburkener Kinder der Römerzeit mit Knöchelchen damals beliebtes Spiel. Sie strahlen Zufriedenheit aus, die man mit dem Kohortenkastell im Rücken damals in Neckarburken gesichert vor germanischen Angriffen wohl auch haben durfte.
Im Mittelteil der Zeitreise landet man in der Zeit der Karolinger. Die Lorscher Königshalle ist gut zu erkennen, aber auch wieder mit viel Ausdruckskraft und zurückhaltenden Silbertönen auf die damalige Zeit einstimmend. Im Vordergrund sitzt vor einem damals üblichen Schreibpult ein junger Klosterbruder, der sich im Schreiben mit einer Feder übt, um vielleicht den Lorscher Codex weiterzuführen.
Ins Jahr 1811 versetzt uns die 3. Hintergrundszene. 1811 wurde der Glockenturm der Neckarburkener Kirche errichtet, der auch heute noch das Dorfbild beherrscht. Ein fröhliches Mädchen treibt mit einem Stöckchen einen Reif. Das macht uns deutlich, dass auch anfangs des 19. Jahrhundert das Dorfleben in Neckarburken seine Reize gehabt haben dürfte.
Über allem fliegt ein Turmfalke, den es durchaus schon in der Römerzeit im Dorf gegeben haben dürfte und dessen Nachkommen auch noch heute im Kirchturm brüten.
Erste Betrachter bestätigten der Künstlerin Hildgund Beichert, die sich außer in der Malerei auch in der Arbeit der SPD-Arbeitsgemeinschaft der Seniorinnen und Senioren aktiv betätigt, ihr rundum gelungenes Werk. Wer sich also im Foyer in die über 2000 Jahre alte Geschichte in und um Neckarburken entführen lassen möchte, wird bei der Großgrafik „Flug durch die Zeit“ von Hildgund Beichert nicht enttäuscht werden.
Für Neckarburken dürfte dabei nicht ohne Bedeutung sein, dass das Werk der Künstlerin ein Unikat ist und speziell für dieses Foyer und für dieses Haus des gemeinsamen Erlebens der dörflichen Gemeinschaft kreiert worden ist.

Ein künstlerischer „Flug durch die Zeit“ über 2000 Jahre Geschichte des Elzdörfleins Neckarburken lädt die Grafik von Hildgund Beichert im Foyer des neuen Dorfgemeinschaftshauses ein. Das Foto zeigt die Künstlerin vor einem Bildausschnitt ihres Kunstwerks .Interessierte Ortsvereine können sich auch in die Gesamtgrafik einführen lassen