Binauer Sozialdemokraten erlebten einen gelösten SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck

Veröffentlicht am 04.06.2008 in Ortsverein

Berlinfahrt mit Besuch der Verfassungsorgane – Integrationserfolge in Neukölln kennengelernt

Dass Berlin immer wieder eine Reise wert ist, ist ja schon sprichwörtlich.

Das Ziel trotz jährlicher Berlin-Fahrten immer wieder Neues zu erleben, dürfte der SPD-Ortsverein Binau unter Leitung von seinem Ortsvereinsvorsitzenden Gerd Teßmer auch dieses mal wieder geglückt sein. Dabei war die Fahrt in einen historischen, einen politischen und einen touristischen Teil gegliedert und trotzdem noch etwas Spielraum für eigene Erlebnisse. Im politischen Teil erfuhren die Teilnehmer aus Binau und Umgebung zunächst einmal, welche Aufgabe eine Landesvertretung in der Bundeshauptstadt wahrnimmt. Durch seine langjährige Abgeordnetentätigkeit wusste Gerd Teßmer einiges über die Aufgabenstellung zu berichten, die der Landtag und die Landesregierung seiner ‚Botschaft’ in Berlin abverlangt. Man konnte aber auch spüren, belegt durch die Ausführungen des örtlichen Landesvertreters, dass die Landesvertretung Begegnungsstätte über Generationen- und Parteigrenzen hinweg ist und ein offenes Haus für Politiker, Vertreter der Wirtschaft, der Verbände und politisch Interessierte aus Baden-Württemberg. Auch das markante Gebäude, bei dem die Besucher auf festem Granit aus Baden stehen, strahlt mit seinen lichtdurchfluteten Innenräumen schlichte Eleganz und baden-württembergische Gastfreundschaft aus. Hier begann die Binauer SPD-Gruppe ihre Berlin-Tour und konnte gleich erfahren, welche zunehmende Bedeutung unser Bundesland in Berlin inzwischen durch seine Landesvertretung erreicht hat. Für jeden, der das Brandenburger Tor jahrzehntelang als Symbol der Deutschen Einheit hinter der Mauer erleben musste, ist der heute frei Durchgang ein historisches Erlebnis. Dies spürten alle Teilnehmer beim Rundgang unter den Linden und durch das ehrwürdige ehemalige Stadttor. Die benachbarte Erinnerungsstätte an den Holocaust, das 2711 Stelen umfassende Denkmal für die ermordeten Juden Europas, soll verdeutlichen, dass das Bekenntnis zur Einzigartigkeit dieses Verbrechens und zur historischen Verantwortung zum Kern des staatlichen Selbstverständnisses Deutschlands gehört. Eine weitere Erinnerungsstätte Berlins, der Bendlerblock, erinnert an die Widerstandskämpfer des 20. Juli. Auch hier nahm man sich Zeit zum Gedenken.

MdB Lothar Binding als Vermittler von SPD-Politik

Am Folgetag stand zunächst ein Besuch im Deutschen Bundestag auf dem Programm. Der Betreuungsabgeordnete des Neckar-Odenwald-Kreises, der Heidelberger Bundestagsabgeordnete Lothar Binding hatte es sich nicht nehmen lassen, extra für die SPD-Gruppe aus Binau nach Berlin zu kommen und persönlich die Führung zu übernehmen. Fast schon exklusiv führte er seine Gäste nicht nur in den Plenarsaal und in die Fraktionsräume, sondern auch in die unterirdischen Gänge zum Löbe-Haus und zu den Büros der Abgeordneten. MdB Binding fand auch noch Zeit, zu aktuellen Problemen wie der zurückgenommenen Diätenerhöhung und der Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung gegen gegenteilige Forderungen der Union Stellung zu nehmen. Dabei hatte MdB Binding keine Probleme damit, Entscheidungen der SPD-Fraktion und der Bundesregierung auch selbstkritisch zu erläutern. Einen historischen Tag erlebten die Besucher vom Neckar anschließend im Bundesrat. Ratifizierte doch die Ländervertretung an diesem Sitzungstag die Verfassung Europas. Man erlebte auch noch live die Diskussion um die Stärkung der Deutschen Bahn in der Fläche, zu der Wolfgang Tiefensee (SPD), Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, ausführlich Stellung nahm, mit der abschließenden Entschließung. Ein kurzer Rundgang brachte den Besuchern auch die traditionsreiche Geschichte des früheren preußischen Herrenhauses näher.

Begegnung mit dem SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck

Kein Verfassungsorgan, aber eine riesige eigene Behörde stellt das Bundeskanzleramt dar. Nach intensiver Kontrolle durfte man dieses Repräsentationsgebäude des jeweiligen Regierungschefs in Augenschein nehmen. Ein Stop wurde dabei an der bekannten Pressewand, von der Erklärungen der Bundeskanzlerin abgegeben werden, eingelegt und für Erinnerungsfotos genutzt. Es folgte ein Besuch des Hauptstadtstudios des ZDF unter den Linden. Hier war von Gerd Teßmer eine Begegnung mit dem SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck arrangiert worden. Kurt Beck begrüßte seine kurpfälzischen Parteifreunde aus dem Odenwald herzlich und plauderte in gelöster Atmosphäre über das politische Tagesgeschehen. Gerne war er auch zu einem Erinnerungsfoto mit den Binauer Sozialdemokraten bereit.

Wiedersehen mit Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (Neukölln)

Bevor man dann per Stadtrundfahrt die historischen Stätten Berlins ansteuerte, wurde die Informationsveranstaltung mit dem weit über Neukölln und Berlin bekannt gewordenen Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky ein weiterer Höhepunkt der Reise. Empfangen wurde man im Britzer Schloss und durfte zunächst den Gutshof Britz begutachten, wo der Bezirk Neukölln durch Umnutzung eines früheren landwirtschaftlichen Anwesens ein Kulturzentrum mit Musikschule, Museum, Kulturstall, Freilichtbühne und Weideflächen mit alten Tierrassen geschaffen hat. Wie mit diesem für alle Bürger benutzbaren Kulturzentrum mitten in der Stadt geht Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky auch bei der Integration von Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Migrantenhintergrund erfolgreich eigene Wege. Aus ganz Europa kommen inzwischen ratssuchende Politiker nach Neukölln um den ‚Neuköllner Weg’ kennenzulernen. Mit vielen praktischen Beispielen brachte der Bezirksbürgermeister und die seine begleitenden Bezirksverordneten mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Koglin in einem ausführlichen Bericht den interessiert zuhörenden Gästen aus Süddeutschland die breite Palette von Integrationsschritten und Maßnahmen näher. Es wurde dabei deutlich, dass man für derartige schwierige Integrationsvorhaben einen langen Atem, genügend Mitstreiter und auch eine stimmiges politisches Konzept haben muss. Als dieser Abend in Neukölln ausklang, spürten alle Anwesenden, dass man Kommunalpolitik live hatte erleben können und dass Erfolge in der Integration immer auch mit Persönlichkeiten verbunden sein müssen, die praktisch handeln und dabei die Bevölkerung mit einzubinden wissen. Eine Stadtrundfahrt am Schlusstag mit dem Besuch der Gedenkstätte für den Sozialismus, den noch original erhaltenen Mauerabschnitten an der Oberbaumbrücke, dem Zentrum der Alternativen rund um das Tacheles und der historische Jugendstil in den Hackeschen Höfen rundeten den offiziellen Programmteil ab. Als auf der Rückfahrt dem Organisator der Fahrt Gerd Teßmer für den reibungslosen Programmablauf und die vielen besonderen Besuchspunkte gedankt wurde, fasste man den Beschluss, mit Gerd Teßmer auch im kommenden Jahr wieder nach Berlin reisen zu wollen. Die Bedeutung Baden-Württembergs in Berlin und eine persönliche Begegnung mit dem SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck machte die diesjährige Berlin-Fahrt des SPD-Ortsvereins Binau zusammen mit den zahlreichen Programmpunkten rund um Politik und Geschichte zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Fotos zeigen die Binauer SPD-Vorstandschaft mit Gerd Teßmer, Marika Haupt und Jürgen Bieller im Gespräch mit dem SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck und die gesamte SPD-Gruppe vor der Landesvertretung Baden-Württemberg.

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