Im Rahmen ihrer Gesprächsreihe „wahrgenommen - wir fragen nach" besuchte die SPD das Bestattungshaus Volk in Osterburken. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Herausforderungen der Bestattungsbranche, gesellschaftliche Veränderungen, neue Bestattungsformen sowie die Wünsche des Unternehmens an Politik und Kommunen.
Sabrina Volk, die das Unternehmen inzwischen in der dritten Generation führt, gab den Besucherinnen und Besuchern einen umfassenden Einblick in den Berufsalltag. Das Bestattungshaus ist neben Osterburken auch in Billigheim und Buchen vertreten und führt jährlich rund 350 Bestattungen durch. Insgesamt arbeiten sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter auch Teilzeitkräfte, im Unternehmen.
„Mir ist wichtig, dass man mit den Angehörigen und den Verstorbenen würdevoll umgeht. Bestatter ist ein sozialer Beruf", betonte Sabrina Volk. Die Begleitung von Angehörigen in einer schwierigen Lebenssituation erfordere viel Einfühlungsvermögen, Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein. Das Team sei an jedem Tag in der Woche rund um die Uhr erreichbar. Gerade deshalb sei der Fachkräftemangel für die Branche eine große Herausforderung. Die Arbeitszeiten verlangten ein hohes Maß an Flexibilität, während gleichzeitig das Rentenalter ansteige und es zunehmend schwieriger werde, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.
Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bauland, Joachim Peters, zeigte anhand der vielen Beispiele beeindruckt von der Vielfalt der Aufgaben in der Bestattungsbranche.
Deutlich verändert haben sich nach Angaben von Sabrina Volk die Wünsche der Menschen bei der Wahl der Bestattungsform. Dabei ist es ihr wichtig, dass die Angehörigen eine große Auswahl haben und vor allem die Bestatter frei wählen dürfen. Feuerbestattungen hätten in den vergangenen Jahren zugenommen. Auch Baum- und Waldbestattungen würden häufiger nachgefragt. Darüber hinaus seien Seebestattungen, Biournen sowie besondere Formen wie Diamantbestattungen oder die Verarbeitung von Asche in Schmuck möglich.
Die Veränderungen zeigten sich auch bei den Bestattungsorten. Neben klassischen Grabstätten gebe es neue Möglichkeiten an Urnenwänden sowie in Wäldern und auf speziellen Naturflächen. Sabrina Volk sprach sich dafür aus, bei Urnenwänden zusätzliche Orte zu schaffen, an denen Urnen später eingegraben werden könnten. Nachhaltigkeit und ökologische Aspekte spielten bei den Entscheidungen der Angehörigen eine zunehmend wichtige Rolle.
Gleichzeitig machte sie deutlich, dass hinter jeder Bestattung ein hoher organisatorischer Aufwand stehe. Der Beruf sei sehr umfangreich und erfordere große Genauigkeit. Fehler könnten in der Branche nicht einfach korrigiert werden. Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist nur drei Berufsschulen in Deutschland möglich. Eine davon ist in Bad Kissingen. Im Anschluss bestehe die Möglichkeit, den Meisterabschluss zu erwerben.
Als problematisch erlebe das Bestattungshaus die Vielzahl unterschiedlicher Formulare und Abläufe. Jede Gemeinde habe teilweise eigene Formulare. Eine vollständige digitale Umstellung werde zudem dadurch erschwert, dass bei bestimmten Vorgängen weiterhin Originalunterschriften erforderlich seien.
Vor Herausforderungen werden sowohl die Bestatter, als auch die Angehörigen bezüglich den Kostensteigerungen gestellt. Viele Auslagen seien teurer geworden.
Schriftführer des SPD-Ortsvereins Bauland und Stadtrat Klaus Vogel, der Sabrina Volk früher als Lehrer unterrichtet hatte, sprach daher für mehr Transparenz bei den städtischen Gebühren aus.
Markus Dosch, Der SPD-Co-Kreisvorsitzender, erinnerte daran dabei, dass die frühere Gemeinderatsfraktion den Waldfriedhof in Buchen initiiert habe. Für eine bessere Nachvollziehbarkeit der städtischen Gebühren wolle er sich künftig intensiver in das Themenfeld einarbeiten.
Ein weiterer Wunsch betrifft die Infrastruktur auf Friedhöfen und an Bestattungsorten. Dort müsse es verfügbare und saubere sanitäre Anlagen geben. Außerdem seien Funklöcher ein praktisches Problem, da das Bestattungshaus jederzeit erreichbar sein müsse. Sabrina Volk warb insgesamt für mehr Wertschätzung gegenüber der Arbeit der Bestatterinnen und Bestatter.
Auch präventiv wand sich Sabrina Volk an die ehrenamtliche lokalpolitisch aktiven Vertreter. im Straßenverkehr wünschte sich unter anderem Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, um tödliche Unfälle zu vermeiden, gerade da vor Ort aktuelle Beispiele gegeben habe.